Jun 182013
 
Batterien für Rauchmelder Seit einigen Jahren bieten Hersteller Rauchwarnmelder mit fest eingebauter 10-Jahres-Batterie an. Auf den ersten Blick erscheint das nicht sehr zweckmäßig, denn bei leerer Batterie muss das komplette Gerät ausgetauscht und entsorgt werden. Genauer betrachtet ergeben sich ab eine Reihe von Vorteilen für Wohnungseigentümer wie auch für Bewohner.

Rauchwarnmelder werden zum überwiegenden Teil mit Batterien betrieben. Unterschieden wird in:

  • Geräte mit wechselbaren (Alkaline) Batterien
  • Geräte mit integrierten Lithium-Metall Batterien
Bei letzteren ist eine Lithiumbatterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren fest eingebaut. Der bei Geräten mit wechselbaren Batterien in Abständen von ein bis zwei Jahren erforderliche Austausch entfällt.

Die Lebensdauer der Batterie bezieht sich auf „normale Nutzungs- und Umgebungsbedingungen“ in einer als solchen dauerhaft genutzten Wohnung. Sie ist neben anderen Faktoren davon abhängig, bei welchen Temperaturen der Rauchwarnmelder eingesetzt wird und wie oft Falschalarm bzw. Testalarm ausgelöst wird.

Nach DIN EN 14604 müssen die Batterien bei einmal wöchentlich durchgeführtem Funktionstest mindestens ein Jahr lang ausreichend Kapazität haben, um einen Alarm für die Dauer von vier Minuten auszugeben. In den 30 Tagen bevor die Batterie endgültig leer ist muss die Batteriekapazität ausreichend sein, um eine akustische Batteriestörungsmeldung auszugeben. Vorteil der fest eingebauten Batterie ist unter Anderem, dass die Batterie nicht zweckentfremdet verwendet werden kann. (Stichwort: Die Batterie der Fernbedienung ist leer – es wird schon heute Nacht nicht brennen.)

Häufig ist eine passende Batterie auch gerade nicht zur Hand, wenn der Rauchwarnmelder anfängt, seine leere Batterie minütlich mit einem kurzen Piepton zu signalisieren. Da einfache Geräte meist nicht über eine Funktion zur Unterdrückung von Störungsmeldungen verfügen, wird der Rauchwarnmelder oft einfach abmontiert. Anfangs erzeugt die leere Montageplatte an der Decke noch ein ungutes Gefühl – mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Im Sinne des Erfinders ist das nicht.

Kosten

In den meisten Fällen handelt es sich bei Rauchwarnmeldern mit fest eingebauter Batterie um höherwertige Geräte, die nicht nur die Mindestanforderungen der DIN EN 14604 erfüllen, sondern auch noch weitere praktische Funktionen haben. (Dazu mehr im Beitrag „Einfach vs. Qualität“)

Das hat natürlich seinen Preis. Bekommt man preiswerte Rauchwarnmelder im Baumarkt oder Discounter oft schon für 5,- Euro, kosten Geräte mit fest eingebauter 10-Jahres-Batterie etwa das 5-fache. Selbst bei Aufrechnung der Kosten für die Batterien (10 Stück 9V Blocks für ca. 12,- Euro) ist der Rauchwarnmelder mit wechselbarer Batterie in der Regel kostengünstiger, auch wenn es unterm Strich nicht mehr viel ist.

Vorteilhaft sind Rauchwarnmelder mit eingebauter Batterie auch und vor allem bei vermieteten Wohnungen. Die Mieter haben keinen Aufwand für den Wechsel der Batterien und der Vermieter kann davon ausgehen, dass die Geräte über die gesamte Lebendauer von zehn Jahren betriebsbereit sind.

Wenn ein Vermieter die Ansicht vertritt: „Das ist mir doch egal. Die Kosten für den Batteriewechsel trägt der Mieter.“, stimmt das nicht ganz. Denn sollte ein Rauchwarnmelder bei leerer Batterie ein nerviges Signal abgeben, werden dadurch nicht nur die Nachbarn gestört. Die Kosten für die Reparatur einer durch die Feuerwehr geöffnete Wohnungstür muss der Vermieter tragen. Ähnliches ist schon vorgekommen und gerichtlich so festgestellt (vgl. Urteil des Amtsgerichts Hannover vom 20.04.2007 – AZ: 537 C 17077/05 und Amtsgerichts Bad Segeberg vom 06.10.2011 – Az. 17 C 336/10).

Entsorgung

Gleichzeitig Vor- und Nachteil der fest eingebauten Batterie ist, dass der Rauchwarnmelder bei leerer Batterie komplett ausgetauscht werden muss. Da die elektronischen Bauteile, insbesondere die Sensorik, nach etwa zehn Jahren beginnen, zu Ausfall zu neigen, ist nach DIN 14676 ein Austausch des kompletten Gerätes bzw. eine Werksüberholung nach 10 Jahren mit einer Toleranz von 6 Monaten vorgesehen.

Nachteilig kann sein, dass die Batterie ggf. auf Grund besonderer Einsatzbedingungen bereits nach weniger als zehn Jahren nicht mehr die erforderliche Kapazität hat. Auch dann muss das komplette Gerät ausgetauscht werden. Die meisten Hersteller garantieren allerdings die Lebensdauer der eingebauten Batterie, so dass ein vorzeitiger Austausch zumindest keinen finanziellen Schaden mit sich bringt. Umweltschützer könnten mit einer Erhöhung der Menge an Elektronikschrott argumentieren. Aber das trifft für „Billig-Rauchwarnmelder“, deren sich der Besitzer bereits nach wenigen Monaten bereits wieder entledigt, in noch größerem Umfang zu.

Fazit

Rauchwarnmelder mit fest eingebauter 10-Jahres-Batterie sind meist qualitativ hochwertiger als solche mit wechselbaren Batterien, aber auch etwa fünfmal so teuer wie die billigsten Geräte aus dem Discounter. So lange beide Typen regelmäßig gewartet und geprüft werden, leisten Sie ihren Dienst und geben Alarm, wenn Rauch festgestellt wird. Trotzdem lohnt sich in den meisten Fällen der Einbau von Geräten mit fest eingebauter Batterie, vor allem wen man zehn Jahre lang Ruhe haben will und das sichere Gefühl genießt, bei einem entstehenden Brand frühzeitig gewarnt zu werden.

Erfahrungen über den Langzeiteinsatz von Rauchwarnmelder mit 10-Jahres-Batterie liegen mittlerweile auch vor – nicht über 10 Jahre, aber über knapp die Hälfte. In Hamburg und Schleswig-Holstein wurden in den Jahren 2008 und 2009 bereits 10-Jahres-Melder eingebaut. Bisher gibt es nichts Negatives zu berichten.

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