Aug 192013
 
Rauchmelder Befestigungsmaterial

Die neuen Rauchwarnmelder sind endlich da und müssen jetzt montiert werden. Die erste Frage, die sich Haus- und Wohnungseigentümer dann oft stellen ist: „Kann und darf ich das selbst oder muss das ein Fachmann machen?“

Die Antwort ist ganz eindeutig: Jeder darf in seiner eigenen Wohnung Rauchwarnmelder montieren. Es gibt kein Gesetz, keine Verordnung und keine andere Vorschrift, die was anderes vorgibt.

Lediglich Dienstleister, die Rauchwarnmelder im Auftrag montieren oder warten, sollten über eine Qualifizierung nach DIN 14676 verfügen. Eigentümer und Vermieter sollten auch den Auftrag zur Montage oder Wartung nur an Profis vergeben, die genau wissen was sie tun und das über eine bestandene Prüfung zur „Fachkraft für Rauchwarnmelder“ nachgewiesen haben.

Eigentümer, die Rauchwarnmelder in der eigenen oder in der vermieteten Wohnung selbst einbauen, müssen jedoch ein paar grundlegende Dinge berücksichtigen. Schließlich sollen die Geräte nicht nur die Decke zieren, sondern im Falle eines Brandes auch funktionieren und die Bewohner möglichst früh vor den Gefahren des Brandrauchs warnen.

Vor der Montage der Rauchwarnmelder sollte man sich über folgende Punkte im Klaren sein:

  • In welchen Räumen müssen Rauchwarnmelder montiert werden?
  • Wo im Raum ist die beste Position?
  • Wie sollen die Geräte befestigt werden?

Zur ersten Frage gibt die Landesbauordnung eine Antwort, indem sie festlegt, dass mindestens in allen Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, die als Fluchtweg genutzt werden müssen, jeweils mindestens ein Rauchwarnmelder montiert werden muss. Die DIN 14676 empfiehlt, Rauchwarnmelder in allen Räumen und mindestens ein Gerät auf jeder Etage einer mehrgeschossigen Wohnung (zum Beispiel in einem Einfamilienhaus) einzubauen.

Die Frage, wo die beste Position sei, ist in den meisten Fällen leicht beantwortet: Der Rauchwarnmelder muss dort montiert werden, wo er Brandrauch so früh wie möglich feststellen kann. In „normalen“ Räumen mit waagerechter Decke ist das die Mitte des Raums an der Zimmerdecke. Zu Wänden, Lampen oder Einrichtungsgegenständen muss ein Abstand von mindestens 50 cm eingehalten werden. Die richtige Montageposition bei Räumen mit schrägen Decken, Unterzüge oder Deckenbalken ist meistens auch nicht so schwer zu finden. Auf der Internetseite www.rauchmelderpflicht.eu sind einige Tipps für solche Fälle dargestellt.

Bleibt also die Frage: „Wie soll der Rauchwarnmelder befestigt werden?“

Maßgebend für die Befestigungsmethode ist die Betriebs- oder Montageanleitung, die dem Gerät beigelegt ist. Einige Hersteller lassen die Möglichkeit zu, den Rauchwarnmelder mittels Klebepads an der Decke anzubringen. Allerdings sollen jeweils nur die speziell mit dem Gerät getesteten Klebepads verwendet werden und die Verwendbarkeit des Klebepads wird von vornherein hinsichtlich der Beschaffenheit des Montagegrundes eingeschränkt. Eine Montage mit dem als Zubehör erhältlichen „Magnetbefestigungs-Set für Rauchwarnmelder“ ist übrigens in keiner Betriebsanleitung irgendeines Rauchwarnmelders erwähnt.

Dennoch ist das Magnetbefestigungs-Set einer der Verkaufsschlager bei Amazon. Käufer der Blechscheiben mit den beiden Mini-Magneten hegen vielleicht die Hoffnung, dass ihr 5-Euro-Rauchwarnmelder mit einem 3-Euro-Magnetbefestigungs-Set besser funktioniert. Tatsächlich ist das Geld jedoch in die passenden Ersatzbatterien – oder gleich in einen Rauchwarnmelder mit eingebauter 10-Jahresbatterie – besser investiert.

Fällt der Melder herunter, ist er oft lädiert und die Garantie läuft im gleichen Moment ab. Besonders ärgerlich ist das, wenn man etwas mehr Geld in einen guten Rauchwarnmelder investiert hat. Auch für Beschädigungen an der Decke übernimmt der Hersteller natürlich keine Haftung, genauso wenig wie für den Tisch, den das herabfallende Gerät auch gleich noch beschädigt hat.

Auf das Risiko kann sich ein Dienstleister natürlich nicht einlassen. Profis montieren Rauchwarnmelder daher üblicherweise mit Schrauben. Diese Montageart ist von allen Herstellern empfohlen – selbst von jenen, die sich die Mühe gemacht haben, ein Klebepad zu entwickeln und zertifizieren zu lassen. In den allermeisten Fällen hat das auch nur Vorteile. Vor allen Dingen hält der Rauchwarnmelder dauerhaft an der Decke und kann zur Wartung einfach durch eine Seitwärtsdrehung aus dem Sockel entnommen werden. In vielen Fällen muss nicht mal ein Loch gebohrt werden. Bei Holdzecken und Gipskartonplatten ist das Eindrehen von zwei Schrauben zudem einfacher und geht schneller, als die Anbringung mit einem Klebepad.

Auch bei der Renovierung ist der Meldersockel schnell abgeschraubt und nach dem Deckenanstrich wieder montiert. Das kann der Maler normalerweise sogar selbst.

Nicht zu verwechseln ist das oben genannte, als Zubehör erhältliche Magnetbefestigungs-Set übrigens mit dem Magnetklebemontagesystem, das die Hersteller Pyrexx, Jung und Abus für einige ihrer Modelle anbieten. Die Magnetplatte ist hier um ein Vielfaches größer und für eine dauerhafte Befestigung geeignet. Vor allem aber ist die Montageart für diese Rauchwarnmleder zertifiziert und von den Herstellern in der Montageanleitung empfohlen.

Fazit

Ein Rauchwarnmelder ist Teil der Wohnung – zumindest sollte er das sein. Deshalb ist eine „ordentliche“ und dauerhafte Befestigung eigentlich selbstverständlich. Wir sprechen schließlich nicht von einem Fliegenfänger, der nach zwei Wochen wieder abgehängt und weggeworfen wird.