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1. Juni 2015 at 20:41 #2377

Otmar

hallo,
eine kritische Frage:
der Gesetzgeber fordert, dass die Rauchmelder von einer zertifizierten Fachkraft geplant und montiert werden müssen,
Die Rauchmelder müssen jährlich auf Funktionstüchtgkeit geprüft werden und schließlich nach 10 Jahren+6 Monaten erneuert werden.
Über all diese Prüfungen und die Montage muss ein Wartungsbuch geführt werden.
Wer aber kontrolliert das Ganze, wohl niemand.
Was passiert nun, wenn ein Schaden infolge eines nicht richtig fuktionierenden Rauchmelders eintritt, zB.: wenn ein Kind oder eine Oma im Bett erstickt?
Ist die ganze Rauchmelderpflicht dafür ins Leben gerufen worden, dass sich die Versicherungen um die Schadensregulierung drücken können, oder kommen auch noch rechtliche Konsequenzen auf den Inhaber der Anlage zu?
ich bitte um eine zeitnahe, rechtlich fundierte Antwort, Danke!
Gruß: Otmar

8. Juni 2015 at 07:08 #2382

Lars Inderthal

Da sind einige falsche Annahmen in Ihrer Fragestellung:

der Gesetzgeber fordert, dass die Rauchmelder von einer zertifizierten Fachkraft geplant und montiert werden müssen

Das ist falsch. Der Gesetzgeber fordert lediglich, dass Rauchwarnmelder eingebaut werden. Verantwortlich für den Einbau sind in den meisten Bundesländern die Eigentümer. Nirgendwo aber gibt es eine gesetzliche Forderung, dass ein “Fachmann” die Rauchwarnmelder montieren muss.

Die Rauchmelder müssen jährlich auf Funktionstüchtigkeit geprüft werden und schließlich nach 10 Jahren+6 Monaten erneuert werden

Das ist auch nicht ganz richtig. Die Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder muss sichergestellt werden. Ob dazu eine jährliche Prüfung ausreichend ist, steht in der Betriebsanleitung des jeweiligen Gerätes. Das vom Hersteller empfohlene Austauschdatum ist auf dem Rauchwarnmelder angegeben. Oft sind das 12 Jahre nach Herstellung, bei einfachen Geräten aber auch nur 5 Jahre.

Über all diese Prüfungen und die Montage muss ein Wartungsbuch geführt werden.

Das ist auch nicht richtig. Mir ist keine gesetzliche Anforderung zur Dokumentation des Einbaus oder der Wartung von Rauchwarnmeldern bekannt. Bei vermieteten Wohnungen sollte der Eigentümer zwar ein Nachweis über den Einbau haben und auch darüber, dass er seine Mieter über deren Verpflichtung zur Sicherstellung der Betriebsbereitschaft informiert hat – aber das steht in keinem Gesetz.

Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass Versicherungen sich um Schadensregulierung drücken können – zumindest nicht die Sachversicherungen. Denn Rauchwarnmelder haben ein einziges Schutzziel: Sie sollen Personen (insbesondere schlafende) in einer Wohnung unmittelbar nach Entstehung eines Brandes wecken, so dass diese sich selbst vor den lebensgefährlichen Brandgasen in Sicherheit bringen können. Der von der Sachversicherung zu regulierende Schaden am Gebäude oder Inventar wird dadurch nicht verringert oder vergrößert. Somit geht es die Versicherungen gar nichts an, ob Rauchwarnmelder vorhanden und betriebsbereit waren oder nicht.

Zu Ihrer eigentlichen Frage aber: Wer kontrolliert das?
Da hat sich der Gesetzgeber (bzw. die Gesetzgeber, das ja jedes Bundesland seine eigene Landesbauordnung hat) eine nach meiner Meinung optimale Lösung gefunden:
Die Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder kontrollieren diejenigen, die durch einen Brand geschädigt wären – nämlich die Bewohner.

Mir drängt sich in dem Zusammenhang eine andere Frage auf:
Wie kann man den Bewohnern mitteilen, dass sie selbst dafür verantwortlich sind dass die Geräte funktionieren und ihnen erklären wie einfach es ist, die Betriebsbereitschaft sicherzustellen.

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